Bitch don’t kill my internet
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Es gibt wenig was mir soviel bedeutet und mich so erfüllt wie das Internet.

Das Internet ist nicht nur Wikipedia, Lefloid, dein Lieblingsblog und deine Twittertimeline und auch nicht die Youtube-Kommentatoren, nicht die Dropbox mit dem Backup deines Lebens, nicht das Gif mit den swaggenden Babykatzen und auch die Facebookfreundschaftsanfrage deiner Mom, die ich seit Monaten unbeantwortet lasse. Das Internet ist meine große zweite Liebe, rein platonischer Art, das Internet ist all das was meine Eltern und Lehrer nie waren, Quelle unendlichen Wissens und Freund an guten wie an schlechten Tagen.

 

Das Internet ist mir heilig.

 

Und sei ehrlich, es bedeutet dir mindestens genauso viel, kein Internet hieße kein whatsapp, keine Hausarbeiten mehr ergoogeln, kein Stalken der neuen Freunds des Ex (hübsch ist sie ja) und kein redtube (youporn ist was für 13-Jährige) mehr. Take this.

 

Warum ich das alle schreibe, weil das Internet in Gefahr ist. So melodramatisch das klingt, so fuckin’ erst mein ich. Ich mache keine Witze, wenn es um’s Internet geht.
Die Telekom führt eine Drosselung ein. Das heißt wie bei deinem Handyvertrag, dass wenn du nach einer halben Stunde auf 9gag.com plötzlich ‘ne SMS kriegst, dass die 500MB erreicht sind, das Gleiche wird dir nach drei Tagen geschehen. 75GB (im luxuriösen XXXL Vertrag, dass kein Bafög dieser Welt deckt) ist die neue obere Grenze, die dir erlaubt das in Internet in seinen vollen Zügen zu genießen. Kennst du diesen Moment beim Buffern, wenn sich dieses kleine Teufelskreiselchen in der Mitte des Bildes beginnt zu drehen und du weißt, das wird ‘ne lange Nacht? Das wird der neue Standard werden.

 

Aber du musst kein illegaler Streamer sein, es reicht, wenn du Musik über Spotify hörst (und dafür monatlich deine 10€ zahlst), es reicht, wenn du deine Daten in der Cloud sicherst oder Vorlesungsmitschriften mit deinen Kommilitonen austauschst, wenn du deine wöchentliche Hausaufgabe deinem Lehrer oder Prof per Mail schickst, es reicht, wenn du ein Homeoffice hast und deinem Kunden und Dienstleistern nun mal Dateien in GB Größen zu kommen lassen musst.

 

Aber Telekom schritt ein. Sie vermeldeten: ab 2016 wird es auch wieder RICHTIGE Flatrates geben, du musst dann nur 10-20 Euro draufzahlen auf deinen XXXL Vertrag, um die Geschwindigkeit zu erreichen, die du heute hast. Toll. Danke. Danke für gar nichts. Und wisst ihr was? Fickt euch! Fickt euch für euer Monopol, fickt euch dafür, dass ihr den anderen Providern ein gutes Beispiel seid und sie bald nachziehen werden. Fickt euch, weil das Internet eigentlich ein öffentliches Gut ist, aber die Infrastruktur dafür Menschen mit reduzierten finanziellen Ressourcen den Zugang verhindert wird. Fuck you.

 

Donnerstag findet in Köln eine Aktionärsversammlung statt. Davor wird es eine Mahnwache und eine Demo geben. Geht hin, aber redet auch mit Freunden, Familie – vom kleinen Geschwisterchen, dass zwar nur fruit ninja auf eurem iphone spielt, bis zur Großmutter, die vielleicht nur über Skype ihr Enkelkind mal zu Gesicht bekommt. Eine Reduzierung der Geschwindigkeit geht alle was an.

Was sonst noch dagegen getan kann? Ich glaube nicht, dass Telekom sich wirklich von ein paar Protestanten beirren lassen wird, wenn es um Gewinne geht, die wir uns kaum vorstellen können.

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Es gibt nur einen Weg aus diesem Wahnsinn, Netzneutralität muss gesetzlich festgeschrieben werden. Und das kann nur die Bundesregierung. Und die hört auf uns (theoretisch zumindest).

 

Die DigiGes und D64, die beiden großen Internetvertreter taten sich zusammen, kreierten gemeinsam mit Mathias Richel eine Kampagne mit Motiven, die auf die Info-Website echtesnetz.de hinweist und informiert. Sie zeigen auf wer alles von einer Drosselung betroffen ist. Ich hoffe, ein paar Motive sind nicht schon alles gewesen, sonst kommen wahrlich nie aus unserem Elfenbeinturm, auch wenn es schön hier oben ist, raus.

 

Telekom Kampagne Europa_final

Telekom Kampagne Innovation_final

Was bisher geschah

Die Bundesregierung äußert sich (finally!)

Petition auf change.org
Brief von rösler
Abmahnung der Verbraucherzentrale nrw
Infovid von lefloid

Motive von Metronaut, Digiges

*wer die Anspielung des Titels nicht versteht, hier ein Link und lernt was, ihr Kulturbanausen

Ich vermute mal, dass der Shitstorm von Nordsee geplant ist. Heutzutage weiß doch jedes Unternehmen, was zuviel an nackter Haut für Konsequenzen haben kann. Und wer so platt vorgeht, so wenig Message und soviel Haut, die sooo wenig mit Produkt zu tun hat.

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Auch die Agentur die angeblich für diesen Mist verantwortlich ist, wirkt aufgesetzt.  ”Kreativ Marketing Service (KMS)” (Website wird gerade gewartet , ja, ne, is klar) – das ist doch nicht deren ernst?

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Zwischen Markus Hermann  aka @hermsfarm und mir liegen Welten. Rein physiologisch gesehen. Wir haben sicherlich verschiedene Perspektiven auf allerlei Dinge – aber auf einer Ebene funkts. Die des Humors. Irgendwie schafft er es auf 140 Zeichen soviel Weisheit, dass er damit die halbe Netzgemeinde zum schmunzeln bringt.

 

 

 

 

 

Wenn man ihm mehr als 140 Zeichen Platz bietet, ein Gespräch oder vielleicht ein Buch (37 Zillionen Zeichen), dann füllt er dieses und lässt nichts unversucht den oder die Leser_in in ein Lachkoma zu versetzen. Auf 221 Seiten lässt er seinen Protagonisten, der nur rein zufällig an Markus erinnert, aber natürlich frei erfunden ist, allerlei Gedankengänge haben. So abwegig und skurril, aber immer lustig. Wie denn auch sonst.

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Ich war selten so stolz auf einen Ex-Alpha-Arbeitsgeber. Das ist doper Shit. Starring die ganze Dojo Crew und Kreuzberger It-Boys.





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Bisher war ich ein großer Fan der anzüglichen, augenzwinkernden Werbeaktionen von Blush. Da gab es z.B. den Walk durch Paris oder die einzelnen Plakate, die auf tagesaktuelle Themen hinwiesen. Im Prinzip hatten sie eine gute Idee, die wahrscheinlich auf einem einzigem 18/1 abgebildet wurde und dann anhand weniger Fotos viral ging.



Deren Dessous sind ebenfalls eine Klasse für sich – nicht ganz Agent Provocateuer, aber eben auch nicht ganz so unbezahlbar. Eine schöne Berliner Alternative. Ebenso verführerisch finde ich die Spitzeunterwäsche in dem folgenden Clip – nur leider – kommt es erstens ein Jahr zu spät und ist einfach zu offensichtlich. Ganz abgesehen von der Objektivierung der Frau (Dessous Werbung ist die einzige Werbung, wo es Sinn macht viel Haut zu zeigen. Dass dabei ein krankhaftes Schönheitsideal gepriesen wird, ist dabei eine ganz andere Frage.), ist der Clip so sehr auf Provokation ausgelegt, dass es zum Kotzen ist. Auch wenn sie großzügig auf die Support-Seite von Pussy Riot verweisen.


Außerdem ist es ein Unding das arme Modell bei -15°C durch die Stadt laufen zu lassen und dann den Jahrestag des Auftritts der Aktivistinnen als Vorwand zu benutzen. Das glaubt euch doch keiner.


via nerdcore

Aufmerksam las ich das Interview mit dir. Ich lasse mich gerne belehren, schließlich bin ich noch jung und kann von alten Hasen wie dir noch viel lernen. Zum Beispiel kann man von dir super lernen, wie man provoziert. Provokant zu sein ist eine wichtige Eigenschaft, die Werber und Werberinnen sich nicht nehmen lassen sollten. Heutzutage ist es schwierig wie nie zuvor. Alles schon mal gesehen. Auf sich aufmerksam zu machen ist schwerer als je zuvor. Oder man ist einfach ein alter, bekannter Hase. Dann ist es egal, was man sagt und es wird einfach abgedruckt. Wie z.B. “Mit dem großen Rest würden Sie nie im Leben freiwillig eine halbe Stunde ein Bier trinken wollen. Da gähnt Sie ein Vakuum an” (die sicher aus dem Zusammenhang gerissen ist) Ob wir fleißige Kommunikationsarbeiterbienchen gut kommunizieren auf der persönlichen Ebene, Geschichtenerzähler sind und dich mit einer geilen Anekdote nach der anderen begeistern können oder nicht, sagt wenig aus, ob wir unseren Job gut machen. Das sind zwei Ebenen, die darf man nicht verwechseln.

 

Lieber allein als in schlechter Gesellschaft, schrieb Oscar Wild. Das stimmt so. Aber was ist, wenn du selbst diese Gesellschaft bist? Was ist, wenn dein Gegenüber (der mit dem Vakuum) einfach kein Wort rausbringt, weil vor ihm der allmächtige Kassaei sitzt, der es halt doch eben besser weiß und alles auf die Goldwaage legt. Wenn der Zar das Volk als dumm schimpft, wird es nicht Zeit, dass das Volk sich erhebt und gegen den Zaren sich auflehnt? Anfängt seine Worte zu bemängeln. Aufhört sich mit sich selbst zu beschäftigen, diesen miesepetrigen Worten nicht weiter lauscht und einfach sich an die Arbeit macht. Ab und zu inne zu halten und zu reflektieren kann man ja gerne, aber doch ständig ohne inhaltlich was beizutragen?

 

Und ganz abgesehen davon, vielleicht findest du einfach keinen Zugang zu deinen Kollegen und Mitarbeitern, weil verzeih es mir, aber du einfach älter geworden bist? Das Durchschnittsalter von Werbern ist heute eher um die Dreißig – gefühlt – und eigentlich sogar noch jünger. Da hat man halt nicht mehr so viele gemeinsame Nenner.

Weniger austeilen und provozieren. Das wär doch mal ein Anfang, um sich auf Augenhöhe zu begegnen und kein Vakuum aufkommen zu lassen.

 

So als meine Kritik an der Kritik.

 

Ich verbleibe mit respektvollen Grüßen,

 

Milena

 

Otto. Die ältere, schlechter angezogene und um einiges schüchterne Schwester von Zalando. In meiner sexy Filterbubble würde es keiner wagen, da sich einzukleiden. Komische Schnitte, alte Kollektionen und die Erinnerung an den dicken Otto-Katalog ist immer mit dabei. Ganz abgesehen von dem kleinen Shitstorm, der die letzten Tage durch meine Timelines gejagt wurde. “In Mathe bin ich Deko” titelt dieses pfiffige T-Shirt und bringt nur das auf den Punkt, was jahrzehntelang Mädchen vorgetragen wird: “Du bist ein Mädchen, du musst kein Mathe können.” Selbst bis in die Oberstufe hat sich das gehalten. Da saßen wir im Mathe-LK und auch diesmal runzelte ich meine Stirn, langsam bereit zu glauben, dass da vielleicht doch was dran war an dieser Lebenslüge. Damn you, Geschlechterrollen!

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Aber um den Shitstorm geht es mir gar nicht. Eher um die neue Kampagne. Das ihr Community Management, das nicht so glorreich hinkriegt. Auf twitter verteidigen sie sich damit, dass das ein “breites Warenangebot” nun mal dumme Sprüche beinhalten muss.Bildschirmfoto 2013-03-07 um 12.30.11

Der astefanowitsch erlaubte sich daraus ein Hashtag-Meme #breitesWarenangebot zu machen, was zu einigen guten Tweets führte.

 

 

 

 

Auf Facebook argumentieren sie mit dem “Nicht-Argument” schlecht hin: “… zumal diese Kollektion aus der Feder von Frauen entstanden ist! ” Aha. Frauen können also gar keine Sexisten sein und Stereotypen reproduzieren? Wow – danke dafür. Das legitimiert ja dann ungefähr … alles?!

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Genug zu deren Unfähigkeit Fehler einzusehen und daraus Konsequenzen zu ziehen. Die Einbussen, die entstehen, wenn man das T-Shirt aus dem Warenangebot nehme, sind Peanuts dagegen, was sie gewinnen könnten an Image und ihrem Auftreten als souveränes Unternehmen, was auf Kunden und externe Stimmen hört und bereit ist zu lernen.


The  Fail

Soviel negativer Buzz um unseren Kunden, lasst uns doch jetzt deren neue Kampagne launchen. Sagte ein Werber. Niemals.





Bis heute, bis deren Agentur Heimat beschloss, wirklich dämliche, gewollt originelle und deswegen wirklich unlustige Clips zu launchen. Hochwertig kommen sie daher, aber sind wirklich sinnfrei. Der Aha-Moment, ist so gewollt, billig und willig. Am Ende keine sinnvolle Auflösung. Der Betrachter wird  mit einem “what the fuck?! why did I watch this shit?!”-Gefühl zurück gelassen. Nicht so glücklich.


Ebenso die Damen, die natürlich wie alle Frauen, nur Klamotten im Kopf haben. Im Übrigen ziemlich Hässliche – eine silberne Totenkopftasche – ist das euer ernst?


Aus der Kampagne und auch aus der Reaktion via den Social Media Kanälen von Otto kann ich schließen, das ist ein durch aus sexistisches Unternehmen. Inwiefern sich deren Kunden und Kundinnen beirren lassen, ob sie überhaupt was von dem shitstorm  mitbekommen und wie sie als Konsumenten in den Spots vorgeführt werden, mitbekommen, weiß ich nicht. Wahrscheinlich nicht. Aber bei mir hat Otto alles verloren.