Dienstag Abend köpften eine Freundin und ich eine gute Flasche Wein in Form eines Tetra Pack von Kaisers. Bester Zündstoff hat beste Ergebnisse zufolge. Wie z.B. sich auf eine Runde Chatroulette einzulassen. Besagte Dame hatte in ihrer Zehlendorfer Unschuld tatsächlich noch nichts von gehört und war gespannt darauf, welche reizenden Zeitgenossen das Internet für sie bereit hielt.
Nach dem wir es uns auf dem Sofa gemütlich gemacht hatten, den Mac aufgeklappt und halbwegs auf uns gerichtet, legten wir los. Leicht naiv verzichteten wir auf Kopfschmuck und Sonnenbrillen und gaben unsere Identitäten zu leicht preis. Aber umso reichlicher wurden wir belohnt. Nach dem zweiten oder dritten „next“ landeten wir bei einem Typen, Anfang 20, trainiert, nicht all zu hässlich, der mit seiner Freundin rummachte. Sie sagten Hallo, ob wir denn „18+“ seien und ob sie weitermachen sollten. Wir bejahten und ließen sie nicht ganz ein Schauspiel, eher nur einen Akt vollziehen. Sie fasste sich an, an den Brüsten, er streichelte sie und gab Poklatscher und sie ihm dafür ‘nen Blowjob. Nebenbei tippten sie und fragten uns, ob das geil sei und was sie machen sollten.
Nein, das war nicht geil, aber schon spannend zu beobachten. Wie Tiere im Zoo halt. Und was sie machen sollten, war ja auch egal, weil es ist, ihr Porn in Eigenregie, nur halt live. Und kostenlos.
Aus falscher Scham verabschiedeten wir uns nach einer geraumen Weile und skippten weiter.
Nach einigen erigierten Schwänzen und Mastubartionsszenen, 15-Jährigen Jungs, glucksenden Mädchen, einem Spanier, der darauf Bestand uns bei facebook zu adden (und woraufhin ich fast seiner Freundin den Screenshot schickte, und nur aus Faulheit es sein ließ) landeten wir bei zwei netten Herren aus der Türkei. Sie spielten uns einen mir nicht bekannten, deutschen Schlager vor und zählten Stolz bis 10 – auf Deutsch. Wir versuchten sie dann von Jesus zu überzeugen „Let’s Talk about Jesus Christ“ – das wollten sie dann aber nicht.






















































